Die nicht-elektronische Fussfessel
- daszimmer10

- vor 2 Tagen
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Seid gegrüsst Ihr netten Menschen
Ich gehe davon aus, dass wohl die Meisten von Euch, meine getreuen Leser, schon mal eine elektronische bzw. GPS Fussfessel gesehen, oder zumindest davon gehört haben. Als ich auf Bildersuche war, stiess ich auf diverse Artikel und die frohe Botschaft, dass es dieses Gerät mittlerweile auch in der Schweiz gibt. Man stelle sich vor, man könnte eine eigentliche Haftstrafe als Hausarest mit Fussfessel verbüssen. Einfach toll! Man stelle sich die Kommunikation mal vor:
"Hey, chunsch morn au eis go zieh?"
"Sorry, cha ned, han Husarrest."
DAS würde für Gesprächsstoff sorgen.
Glaubt mir, ich weiss wovon ich spreche - auch wenn ich keine Haftstrafe verbüsse und keine elektronische Fussfessel mein eigen nennen kann, bin ich dennoch unter Hausarest gestellt. Erinnert Ihr Euch an die Zeiten des Lockdowns? Mein Hausarest ist damit vergleichbar. Der grosse Unterschied? Während des Lockdowns durfte ich nicht raus, im Moment kann ich nicht raus und die Welt steht nicht still - ganz im Gegenteil; aber das aktuelle Weltgeschehen lassen wir mal beiseite.

Meine Fussfessel ist weder elektronisch noch so stylisch wie eine GPS Fussfessel. Auch verfügt sie über weit wneiger Prestige und Status gibt's auch nicht dazu. Meine Fussfessel ist einerseits ein fetter weisser Verband, der meinen Fuss umhüllt, andererseits ein unmodischer klobiger "Spezialschuh" der Marke Darco.

Nebst der Tatsache, dass dieser Schuh schon rein optisch nicht zu meiner Garderobe passt (90% meiner 60 Paar Schuhe sind von Buffalo), hat er auch eine sehr ungewöhnlich dicke Sohle, sodass von meinen 60 Paar Schuhen kein Schuh die gleiche Höhe hat; Kein Wunder werden Menschen hinterher in die Physio geschickt, das kann ja nur zu Haltungsschäden führen. Ich muss netterweise nicht in die Physio, was mich sehr freut. Wer hat schon die Zeit für sowas? Der Schuh ist wirklich toll, er drückt genau auf die Nähte, was meinen Fuss dazu veranlasst, bei jedem Schritt Opernarien zu singen. Herrlich, nicht?
Die letzten beiden Wochen habe ich wieder nutzlos vor dem Fernseher zugebracht, habe gegessen und geschlafen, was in Ordnung wäre, wenn ich mich als Schlachtvieh halten würde, aber für ein menschliches Wesen, das sich im letzten Semester (hoffentlich) an der PH FHNW befindet und eine Masterarbeit zu schreiben hat, ist das einfach verschwendete Zeit. Immerhin darf und kann ich seit gestern wieder am PC sitzen und arbeiten - ohne diesen Schuh.
Wer sich für das Thema elektronische Fussfessel in der Schweiz interessiert, findet am Ende dieses Beitrags ein paar verlässliche Quellen dazu.
Spitalaufenthalt 1 - Der Tragödie erster Teil

Ich reiste mit den ÖV ins Luzernische und freute mich darauf, dass ein Leid bald ein jähes Ende nehmen würde, war aber auch voller Ehrfurcht. Denn, mit dem Krankenhaus verhält es sich ähnlich wie bei Flugreisen: Diese unaussprechliche aber natürliche Angst, die wie das Damoklesschwert über einem baumelt und das Schicksal, das jederzeit zuschlagen kann.
Flugangst
Wer, der je eine Flugreise angetreten hat, kennt dieses Gefühl nicht? Man steht am Gate, schaut sich um, prüft die Mitreisenden, hofft bei dem einen oder anderen Passagier, dieser möge bloss nicht neben einem sitzen.
Als ich bei einem Arbeitgeber, für den ich vor vielen Monden mals zur modernen Sklaverei verpflichtet war, bloggen durfte/musste, widmete ich einen Beitrag der Flugangst. Die Inhalte jenen Beitrags waren dieselben, wie hier nun preisgegeben:
Was für ein Mensch sitzt neben einem?
Wird dieser Mensch im Flugzeug in der engen Economy seine Fussnägel schneiden?
Wird ein kreischendes Baby in meiner unmittelbaren Nähe sitzen?
Wir der Mensch neben mir gepflegt sein? Wird er übel riechen? Schuppenflechte haben?
Wird der Mensch neben mir auf Lautsprecher telefonieren?
Wird der Mensch neben mir schmatzen?
Ich habe keine Angst vor dem, was hinter mir sein könnte, da ich immer einen Sitzplatz hinten an der Wand buche. So kann man leicht vermeiden, dass einem ein Kind oder Erwachsener permanent in die Rückenlehne tritt. Auch wird man so keine Füsse des Hintermanns über seinem Kopf vorfinden.
Bei meinen letzten Flugreisen, die doch schon länger zurück liegen, hatte ich immer meinen fixen Platz und freute mich imme sehr, wenn die Boeing 777 so ausgestattet war, dass hinten an der Wand nur zwei anstelle von drei Sitzen waren. So hat man höchstens einen störenden Menschen neben sich.
Natürlich könnte man auch Business fliegen, aber ich bin nicht bereit, 2500,- für ein Ticket zu bezahlen und bei meinem Glück schreit dann ein Baby in der Business herum. Auch kann ich mit diesen oftmals sehr überheblichen Passagieren dort nicht viel anfangen. Wobei... angesichts meines letzten Fluges nach Japan, der, auf dem ich ein Ehepaar zu meiner Linken hatte, das bei Frauentausch vorstellig hätte werden sollen, stellt sich mir die Frage, ob die überheblichen Menschen, die oftmals in der Business Class anzutreffen sind, nicht doch das kleinere Übel wären...
Der folgende Videoclip, den ich eben iMovie sei Dank zugeschnitten habe, definiert meine Flugangst und jene zahlreicher anderer Passagiere sehr präziese. Es handelt sich um einen Zusammenschnitt des Openings des Films "Flight 7500" (2014) von Takashi Shimizu (Ju-On, The Grudge).
Spitalangst
Und so ähnlich sieht auch meine Spitalangst aus. Vor Eingriffen habe ich keine Angst, denn die Menschen vor Ort wissen hoffentlich, was sie tun. Und wenn nicht, bekomme ich das erst mit, wenn der schöne Schlaf durch die Vollnarkose vorbei ist.
Meine Angst gilt hier auch meinen Mitmenschen. Wer wird mit mir das Zimmer teilen? Wird es ein asozialer Mensch sein, der bei RTL II vorstellig werden könnte?
Seit meinem ganz persönlichen Horrorszenario, das ich seinerzeit im Spital Zofingen durchleiden musste, ist die Angst vor meinen Mitmenschen im Spital berechtigt. Ich muss mal schauen, ob ich diesen Blogpost, der damals noch auf Blogger veröffentlicht war, noch irgendwo finde, um ihn hier reinzustellen. Er war genial. Blinddarmentfernung mit Bezug zu Ridley Scotts ALIEN. Jedenfalls wurde ich da in ein Vierbettzimmer gebracht #allgemeinversichert, das ich mit einem jungen Mädchen, einer netten mittelalten Frau, die dann durch eine Frau aus Syrien abgelöst wurde und einer psychischkranken Greisin teilen musste. Die Greisin krähte immer wieder. Während der Nacht rief sie mehrfach das Pflegepersonal herbei und krähte wieder, sodass wir alle wach waren. Sie machte immer wieder Bemerkungen gegen die Frau aus Syrien, von wegen das Pack würde stinken, sei ungewasschen etc. Sie richtete die Worte jedoch nie direkt an diese Frau, die mich mal fragte, ob das Grosi über sie reden würde. Was antwortet man da? "Hey, ja! Scho die ganz Zit!"? Nein. Ich sagte, ich würde ihr nicht zuhören. Das war die Kurzfassung darüber, weshalb meine Spitalangst berechtig ist.
Das Dreibettzimmer
Mit mir teilten zwei ältere Damen das Zimmer. Beide waren an der Hand bzw. dem Handgelenk operiert worden und durften am nächsten Tag nachhause. So hatte ich das Zimmer ab 09:30 Uhr bis zum nächsten Tag für mich allein. Es war wundervoll.
Die beiden Damen waren nett und wir hatten gute Gespräche, dennoch war ich nicht traurig, als ich das Zimmer für mich hatte, denn:
Ich wurde jäh aus einem Traum gerissen, in dem es um einen Werwolf oder sonst eine Bestie ging. Als ich wach war, bemerkte ich, dass dieses Röcheln und Röhren nicht (nur) in meinem Traum stattgefunden hat, sondern diese Bestie in meinem Spitalzimmer war. Was für ein wildes Tier konnte das sein? Mein müdes Gehirn brauchte einen Moment um zu erkennen, dass dieses "wilde Tier" die Kettenraucherin mir gegenüber war, die in Tönen schnarchte, das hesch ned ghört so öpis!
Spitalaufenthalt 2 - Der Tragödie zweiter Teil

Irgendwie wars lustig, nach rund 6 Wochen schon wieder in jenem "Spettu" vorstellig zu werden, so erinnerte sich die Belegschaft an mich und ich mich an sie. Die Abläufe waren dieseleben wie bei der ersten OP, nur dass ich dieses Mal beim Check-in dahingehend informiert wurde, dass man mir vegane Menüs zusammenstellen würde. Ja, wunderbar, so dachte ich - nicht ahnend welches Grauen noch Folgen würde.
Elsbeth
Nach der OP kam ich in ein Zweierzimmer #allgemeinversichert und hegte schon Hoffnung, dieses alleine bewohnen zu können. Als dann aber das Bett mir gegenüber herausgeschoben wurde, war meine Hoffnung zunichte, denn dies konnte nur bedeuten, dass ich bald eine Mitbewohnerin bekommen würde - und so war es dann. Rund zwei Stunden nach meiner Ankunft im Zimmer kam, nennen wir sie Elsbeth, dazu. Eigentlich eine ganz nette ältere Dame - mit doch recht verschrobenen Ansichten und dergestalt kompliziert, dass das Pflegepersonal sie wohl als Kündigungsgrund angeben wird. Elsbeth bot mir am zweiten Tag das Du an, wieso nicht. Wir quasselten über alles mögliche und so meinte sie, dass ich ja schon keinen einfachen Job hätte. Staunend fügte sie an, dass sie nicht verstehen könnte, dass man heute noch Lehrer sein wolle "bi dere Jugend vo höt!". Jammert nicht jede Generation über die "heutige Jugend"? Viel anders als wir es damals waren, ist die "heutige Jugend" auch nicht. Elsbeth kam dann auf Kleidung zu sprechen und dass es ja "fangs schlimm" sei, wie die Mädchen sich präsentieren würden (Ich erinnere mich daran, dass Mädchen meiner Parallelklasse in Hotpants und Schlauchtops im Sport und zum Unterricht erschienen sind das war anfangs 2000er). Dann sagte sie etwas, wofür ich sie eigentlich hätte ohrfeigen sollen, jedoch durfte ich meinen Fuss nicht belasten und als Lehrperson macht sich eine Anzeige wegen Körperverletzung nicht so gut im Lebenslauf. Elsbeth sagte so wahr ich hier schreibe, die Mädchen seien ja selbst schuld, wenn sie belästigt oder vergewaltigt werden. Wenn man sich so aufreizend anziehe, provoziere man das ja. Wow, Elsbeth! Wirklich?
Das Essen

Es wird das erste und letzte Mal sein, dass ich diesen Blogpost anschaue, denn allein beim Gedanken an das Essen wird mir übel.
Aber kommen wir erst zu meinem luxeriösen Henniez. Nach der Vollnarkose (Ich bin ein grosser Fan) verspürte ich ein Kratzen im Hals und bestellte daher ein Mineralwasser mit Kohlensäure. Mir wurde mitgeteilt, dieses sei nicht inkludiert und man müsste mir dafür CHF 8.00 in Rechnung stellen. ACHT FRANKEN. Bin ich hier am Flughafen oder was? Dennoch bestellte ich es. Als dann später die leere Flasche abgeräumt und ich gefragt wurde, ob ich noch eine möchte, verneinte ich. ACHT FRANKEN. Wäre ich privatversichert, wäre das "Mineral met" inkludiert gewesen. Tja, so zahlt der Pöbel AKA das gemeine Volk halt ACHT FRANKEN für ein HENNIEZ, das dazu noch in einer PET-Flasche serviert wird. In der Clinique Generale, wo ich vor Jahren eine Fuss-OP hatte, bekam ich das Wasser in Glasflaschen - inkludiert. Als allgemeinversicherter Mensch.
Kommen wir zu meinen veganen und "veganen" Menüs.
Das Gemüse-Tofu-Curry war wirklich lecker - auch wenn die Küche dieser Klinik offenbar nicht gross bewandert ist, was die Zuebreitung von Tofu angeht. Der Reis war zu meinem Staunen nicht im Salzwasser gegart worden, wie das in der Schweiz oftmals üblich ist. Daher hatte ich Hoffnung. Diese Hoffnung wurde jedoch beim Frühstück getrübt. Zu meinem "schwarz" bestellten Kaffee, wurde mir ein Kännchen Milch serviert. Das passte zu meinem bestellten Vollkornbrot, das sich als Weissbrot präsentierte. Ich roch an der Milch. Sie roch verdächtig nach Kuhmilch. Ich nippte und schmeckte Kuhmilch. Widerlich! Vom Servicepersonal wurde mir mitgeteilt, dass es sich um lactosefreie Milch handelte. Die Logik dahinter, dass einem Veganer lactosefreie Milch serviert wird, die auch ohne Lactose noch immer tierischen Ursprungs ist, erschliesst sich mir nicht. Ausserdem hatte ich ja ohnehin schwarzen Kaffee bestellt, so hätte man sich nicht einmal auf die Suche nach einer pflanzlichen Milch mahen müssen (von der Debatte, dass vegane Erzeugnisse nicht mehr Milch heissen dürfen, weil dies den Verbraucher täuschen könne, habe ich gelesen und trinke meinen Kaffee nun mit Scheuermilch - lecker).
Ein Menü bestand aus Ravioli mit Gemüsefüllung und Linsen. Welch interessante Kombination. Dazu gab es ein Schälchen mit veganem Käse (auf Kokosbasis... mir wird schlecht), von dem ich dann Abstand nehmen musste. Habt Ihr schon mal veganen Käse auf Kokosbasis gegessen? Tipp zum Vorteuschen einer Magendarmgrippe: ESST IHN! Dieses gliebrige schleimige Zeug ist einfach nur widerlich - sowohl was die Konsistenz als auch den Geschmack angeht. Als ich so meine Ravioli mit Linsen ass und mich über die Kombination wunderte, erblickte ich etwas, das man neben Würmern oder Schnecken im Salat einfach nicht in seinem Essen finden will: Ein HAAR! Das Haar war zwischen Ravioli und Linsen - also nicht vom Servicepersonal. So kam ich nicht umhin, meinen Ekel herunterzuschlucken und den aufkeimenden Brechreiz zu bekämpfen. Gleichzeitig stellten sich mir Fragen nach den Hygienevorschriften in der Küche. Ich malte mir aus, wie ich mich über mein Tablett erbrochen hätte, hätte ich das Haar in meinem Mund vorgefunden. Allein beim Gedanken daran wird mir wieder schlecht. Man will ja schon die eigenen Haare nicht im Essen haben, FREMDE HAARE SCHON GAR NICHT!!!
Am zweiten Abend wurde mir dann eine Pizza oder Pinsa serviert, das wird hier ja nicht so klar getrennt. Belegt war sie mit Auberginen und Tomaten (samt Haut und KERNE!!!). Nachdem ich die Pizza oder Pinsa von den Tomaten befreit hatte (in meiner Welt werden Tomaten nur passierten Zustandes serviert und verspeist) nahm ich einen Bissen und musste den aufkeimenden Brechreiz, der sich nun auch beim Schreiben dieser Zeilen und den Gedanken an den Geschmack bemerkbar macht, unterdrücken. Der Käse, mit dem die Pizza oder Pinsa liebevoll bestreut wurde, war wieder dieses Zeug auf Kokosbasis. Dieses Gemisch aus schleimiger Aubergine, Tomatenkernen und Kokoskäse war für mich einfach des GRAUENS. Bislang mochte ich Auberginen auf einer Pizza, werde sie jedoch künftig meiden. Ich werde künftig auch Pizza meiden, weil mir einfach beim Gedanken an dieses Ding, das mir da vorgesetzt wurde, schlecht wird. Adieu, Leben als PizzaJunie, adieu.
Elsbeth bekommt Besuch
Am zweiten Tag bekam Elsbeth Besuch von ihren Angehörigen. Als Zeuge dieses Besuches kam ich nicht umhin, mir ein paar grundsätzliche Gedanken zum Menschsein und auch zu Spitälern zu machen.
Einerseits fragte ich mich, weshalb der Mensch immer reden muss, auch wenn es nichts Wichtiges zu berichten gibt. Andererseits beschlich mich der Gedanke, dass Besuche in Mehrbettzimmern verboten werden sollten - wofür gibt es die Cafeteria? Gerade in unserem Zeitalter, wo es oftmals an den Grundanforderungen jeglichen Anstandes fehlt, wäre solch eine Regelung sehr wünschenswert.
Elsbeths Tochter brabelte fröhlich vor sich hin und wusste zu berichten, dass sie erstmals seit sie im Berufsleben ist, über Ostern frei habe - dies aber nur weil sie jetzt temporär arbeite. Ok.
Elsbeths Tochter berichtete voller Stolz, dass sie sich einen Thermomix gekauft habe, weil das "bubieifach" sei und auf Fooby finde man auch ganz viele "bubieifachi" Rezepte (Wer sagt 2026 als ca. 25-jähriger Mensch, der nicht mit keinen Kindern arbeitet, noch "bubieifach"?).
Elsbeths Tochter begann dann damit aufzuzählen, was sie alles in ihrem TK gebunkert hat. "(...) Pommes auch noch... ah nein... wart... doch Pommes... ah nein, ich glaube, die habe ich schon gegessen hihihi." Wer interessierts, was Du i Dim TK hesch?! Aber danke, nun weiss ich Bescheid.
Elsbeths Tochter und Elsbeth mögen übrigens keine Süsskartoffeln. Ich hoffe, diese Information ist für Euch, meine geschätzten Leser, genauso hilfreich und wegweisend, wie sie es für mich war.
Aufgrund dieses stupiden Monologes von Elsbeths Tochter kam ich nicht umhin, mich zu fragen, weshalb der Mensch nicht einach mal die Klappe halten kann - vor allem dann, wenn er im einem Krankenhaus zu Besuch ist und es sich nicht um ein Einzelzimmer handelt. Schliesslich griff ich nach meiner Rettung: BOSE Quiet Comfort 35 mit Noise Cancelling, dank dieser overear Kopfhörer ich Elsbeths Besuch ausblenden und den sanften Klängen Lorna Shores lauschen konnte.
Elsbeth telefoniert - Handyverbot im Spital
Was mich richtig irritiert hat, war, dass Elsbeth, die in einem Alter ist, dass sie meine Mutter sein könnte, ständig am Handy war. Wie war das mit der heutigen Jugend? Mir scheint, nicht nur die heutige Jugend ist permanent am Handy, auch die älteren Generationen. Drei Telefonate mit dem selben Inhalt hat Elsbeth an diesem Nachmittag geführt. "Hoi Meiegret" und wieder berichtete sie von ihrem Elend. Demselben Elend von dem sie zuvor schon Doris und Rosmarie in Kenntnis gesetzt hatte. Kalkablagerungen... Zyste... taubes Bein... Ja, Elsbeth, ich weiss es langsam. Während Elsbeth mit Meiegret sprach, kam das Pflegepersonal herein. Es schien Elsbeth recht wenig zu interessieren, dass die nette Lehrtochter den Blutdruck messen wollte. Elsbeth plapperte munter weiter.
Ich empfinde sowas als respektlos, weshalb ich mich für ein Handyverbot aussrepchen würde. Das, oder das Pflegepersonal sollte solche Menschen einfach für die nächsten fünf Stunden ignorieren.
Auch die beiden Worte "Danke" und "Bitte" habe ich von Elsbeth nur sehr sehr SEHR selten gehört. Das Personal in dieser Klinik ist wirklich top. Alle sind motiviert, herzlich und aufgestellt. Man kann mit ihnen quasseln und scherzen. Da ist doch ein "Danke" das mindeste, nicht?
So, das wars erstmal :-)
Doch ehe ich mich für heute verabschiede, zeige ich Euch noch meinen Medi-Cocktail. Die Skull-Schale halte ich für sehr passend, um all dieses Gift drin zu lagern. -_^


Weitereführende Informationen zu elektronischen Fussfesseln in der Schweiz
Quellen
Null-Risiko-Strategie - Zürcher Justiz will Fussfessel sehr gezielt einsetzen. (2017). Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). https://www.srf.ch/news/null-risiko-strategie-zuercher-justiz-will-fussfessel-sehr-gezielt-einsetzen
Die sanften Klänge Lorna Shores:

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